Franz Schubert
Winterreise Jens-Uwe Bogadtke
und Rainer Rohloff
Die Winterreise in der Interpretation von Bogadtke und Rohloff setzt sich deutlich von den gängigen und bekannten Liederabenden ab. In der Regie von Barbara Abend stellen sie diesen vielgerühmten Liederzyklus in direkten Bezug zu seiner Entstehungszeit, den letzten beiden Lebensjahren von Franz Schubert.
Ein Novum dabei ist Rohloffs Liedbegleitung auf der Gitarre. Diese Begleitung ermöglicht eine größere Durchsichtigkeit der musikalischen Strukturen, die der Schauspieler für seine textliche Interpretation nutzt.
Der Zyklus wird in einen sehr persönlichen, biographischen Kontext gesetzt: Zitate aus Briefen Schuberts führen zu den Liedern oder verweisen auf den engen Zusammenhang zu persönlich Erlebtem. Der rhythmische Aufbau der Briefe, die Verwendung von Metaphern, ähnlich denen der Verse, weisen darauf hin, wie wahlverwandt sich Schubert dem Geist der Gedichte von Wilhelm Müller fühlen musste. Passagen aus Berichten seiner Freunde betonen das Bild des Menschen, des Suchenden, des Wanderers. Auf diese Weise entsteht ein konkretes und zugleich sehr poetisches Lebensbild.
Liebe und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Trostlosigkeit und Trost, Tod und Lebenswille als widerspruchsvolle Einheit, als zum Leben Gehöriges und individuell zu Bewältigendes.
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